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Christian Wegener

16.06.2018

So belügen sich CIO´s selbst

So belügen sich CIO´s selbst

Viele CIOS kennen das Problem der Selbsttäuschung. CIO’s sollen dafür sorgen, dass das Business IT-Alignment gut aufgestellt ist, dass die Informationssicherheit niet- und nagelfest ist und dass alle Projekte fristgerecht geliefert werden. Doch das klappt nicht immer. Oftmals belügen sie CIO’s selbst und liefern damit die Steilvorlage für ein Desaster.

„Welch verworrenes Netz wir weben, wenn wir nach Trug und Täuschung streben“, mahnte einst der schottische Schriftsteller Walter Scott. Allerdings sind die Auswirkungen von Trug und Täuschung niemals so groß, wie beim selbst belügen. Und natürlich lügt man sich des Öfteren in die eigene Tasche.

Allerdings geschieht die Selbsttäuschung nicht, um absichtlich falsche Prioritäten zu setzen, die falschen Entscheidungen zu treffen oder das falsche Ziel anzustreben. Vielmehr passiert Selbsttäuschung, weil Wunschdenken viel einfacher ist, als der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Viele CIO’s belügen sich dann selbst. Sie errichten und verteidigen eigene Realitäts-Konstrukte, statt die reale Welt bunter und besser zu sehen als sie tatsächlich ist.

Die folgenden Behauptungen werden von CIO’s und IT-Experten aufstellt, mit denen sie Selbsttäuschung betreiben und sich selbst belügen.

IT-Alignment mit dem Business ist großartig

Nur in wenigen Unternehmen ist die Ausrichtung der IT tatsächlich großartig. IT-Alignment ist zwar ein gutes Vorhaben. Aber viele CIO’s müssen stark ins Geschehen eingreifen, um sicherzugehen, dass das Alignment überhaupt passiert.

Meistens müssen CIO‘s dafür entweder politische Player im Unternehmen beeinflussen oder ein Chargeback-System institutionalisieren. Dann werden IT-Projekte zwar finanziert, aber die Ausrichtung von IT und Business ist nicht unbedingt gegeben. Das Alignment richtet sich dann lediglich am Budget aus, aber nicht an der Unternehmensstrategie oder -kultur. Wenn das IT-Alignment auf diesen finanziellen Aspekt beschränkt bleibt, führt das oftmals zu Problemen und CIO’s wissen nichts von ihrer Verantwortlichkeit.

Der einzige Grund für Updates ist Wertsteigerung

Einige CIO’s vernachlässigen Software-Updates, weil diese ihrer Meinung nach keinen hohen Business-Value haben. Dieser Ansatz ist zwar konsequent und bietet Vorteile. Allerdings werden dadurch Aspekte der Wartung und Instandhaltung vernachlässigt. CIO’s verzichten oft auf einige Software-Updates, um das Budget des Unternehmens nicht zu belasten oder das IT-Budget sogar zu senken. Sie müssen sich dadurch nicht mehr den Vorwürfen aussetzen, ein Technik-Guru zu sein und Updates nur des Updates Willen durchzuführen.

Allerdings können die Folgen eines derartigen Verhaltens verheerende Folgen haben. Diese zeigen sich spätestens, wenn ein umfangreiches, unumgängliches Update durchgeführt werden muss. Denn so ein Riesen-Update kann wesentlich kostenintensiver sein. Und die Belastung des Budgets wird höher, als bei stetiger Wartung und Instandhaltung.

Das kritische Projekt wird beim nächsten Mal pünktlich fertig

Oftmals haben gerade umfassende Projekte einen wichtigen Status im Unternehmen. Ein Scheitern des Projektes würde Ziel und Wohlergehen des Unternehmens aufs Spiel setzen. Für CIO’s sind diese Projekte besonders wichtig.

Bereits bei der Erstellung des Business Case zeigt sich oft, dass die Faktenlage zu dünn ist. CIO’s nehmen dann an, dass das Projekt mit etwas Glück und einer Portion Rückenwind trotzdem finalisiert werden kann. Weitere Formen des Selbstbelügens durch CIO’s passiert in der Findungs- und Planungsphase.

Beim Abschätzen der Erfordernisse und Spezifikationen zeigt sich, dass viele Variablen nicht genau erfasst werden können. Daraus entstehen Komplikationen im weiteren Projektverlauf. Beim Planen des Projektes treten dieselben Fehler auf, wie in der Findungsphase. Dies betrifft vor allem die Bereiche Struktur und Zeitplan. Die CIO’s wissen oft nichts von den Vorgängen und der Projektleiter setzt ihn nicht davon in Kenntnis.

In der späteren Testphase, wenn das Projekt trotz der Probleme grünes Licht bekommen hat, zeigen sich dann die Missstände deutlich: schlecht geschriebener Code, fehlgeschlagene Tests und nicht eingehaltene Standards trüben das Bild. Die Folgen sind häufig, dass der neue CIO das Projekt stoppt und sein Vorgänger den Projektleiter beschuldigt.

Wir machen ITIL

Selbst wenn einige CIO’s es annehmen, aber IT-Infrastructure Library (ITIL) kann man nicht „machen“. Denn die ITIL kommt typischerweise in jeder IT-Infrastruktur vor. Es handelt sich dabei um eine Sammlung vordefinierter Prozesse, Funktionen und Rollen und liefert Kernprozesse der IT. Die Aufgabe des Frameworks ist es, zu definieren, wozu die IT überhaupt in der Lage ist. Allerdings macht ITIL keine Vorschriften darüber, wie gut die Dinge laufen. Genauso wenig können ITIL’s auflisten, wie die IT in allen Situationen funktioniert.

Wir sind jetzt agil und machen DevOps

Viele IT-Shops wagen den Wechsel zu einer mehr agilen Variante oder haben sich vorgenommen diesen Schritt zu gehen. Allerdings bevorzugen sie es, sich dabei an strenge Formalismen und Vorgaben zu halten. Ein Beispiel dafür ist Scrum. Das hat mit Agilität im eigentlichen Sinne nur noch wenig zu tun. Statt sich vollständig agil auszurichten, werden nur einige Teilaspekte angepasst.

DevOps ist ein Ansatz zur Prozessverbesserung. Natürlich geben CIO’s gerne an, DevOps durchzuführen, um besser dazustehen. Allerdings findet selten eine Kollaboration im Unternehmen statt und die Unternehmensbereiche bleiben desintegriert. Außerdem gibt es Probleme DevOps und Agile – die richtigen, nicht die fehlerhaften – gleichzeitig laufen zu lassen. Vor allem bei DevOps und Scrum gibt es Probleme. Kanban funktioniert besser.

Wir haben eine Kultur beim Kundenservice

Unter den Mitarbeitern beim Kundenservice herrscht die Unsitte, sich über dumme Kunden aufzuregen. Eine gute Kultur sollte aber auf Respekt und Anstand beruhen. Die Probleme treten selbst dann auf, wenn eine Customer Service Culture definiert wurde. CIO’s verlassen sich dann auf diese Konzepte und nehmen an, sie wären implementiert.

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Sicherheit und Projekt Values sind hoch

CIO’s müssen dafür Sorge tragen, dass IT-Sicherheit und Informationssicherheit hoch sind. Sollte es auf diesem Gebiet zu Fehleinschätzungen kommen, kann das Unternehmen eine Menge wichtiger Daten verlieren und die Integrität riskieren. Wenn solch ein Fall eintritt, haben CIO’s im Vorfeld die Sicherheitslücken vielleicht zwar erkannt, aber sie nicht wirklich ernst genommen.

Außerdem ist es eine Aufgabe der IT-Governance und mithin des CIO’s, dass nur High-Value Projekte im Unternehmen an den Start gehen. Dabei können sie allerdings nicht immer sicher sein. Zu bedenken sind dabei die Einflussfaktoren Projektmitarbeiter, Planung und Testung, sowie Synergieeffekte mit anderen Projekten. Es kann sogar passieren, dass ein Projekt für sich genommen die Kosten zwar reduziert, sie im Unternehmen allerdings explosionsartig ansteigen lässt. Vor allem wenn viele andere Projekte oder Unternehmensbereiche mitbetroffen sind.

Grundsätzlich gilt, dass sich CIO’s der Lage nie wirklich sicher sein können. Wenn sie sich selbst zu sicher sind, sollten die Alarmglocken schellen. Dann sollten sich CIO’s hinterfragen und nachforschen, ob das Ergebnis korrekt ist oder ob ein Selbstbetrug vorliegt.

Neue Marketing-Methoden durch DSGVO (?)

Christian Wegener

Lesezeit: DSGVO, EU, Deutschland, personenbezogene Daten

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