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Christian Wegener

12.05.2018

Lesezeit: 10 min

Gekündigt? Das darfst du aus deinem alten Job mitnehmen!

Gekündigt? Das darfst du aus deinem alten Job mitnehmen!

Gekündigt zu werden ist natürlich nichts Angenehmes. Vor allem, wenn sie von Arbeitgeberseite kommt. In Zeiten der Digitalisierung ist es wichtig zu wissen, was aus einem alten Job mitgenommen werden darf. Das gilt besonders dann, wenn es um sensible Daten geht, die der Mitarbeiter dem Unternehmen preisgegeben hat.

Ein gekündigter Mitarbeiter darf nicht alles mitnehmen. Die Grenze zum Diebstahl kann sehr schnell überschritten werden. Außerdem gibt es eine große rechtliche Grauzone. Schon das Löschen von Daten vor dem Austritt aus der Firma kann zu einem großen Problem werden.

Für die meisten Arbeitnehmer gilt, dass sie wenig von ihrem alten Job mitnehmen wollen. Außerdem vielleicht ihre Würde und die Familienfotos, die auf dem Schreibtisch standen. Andere nehmen ihre Kontaktlisten mit, die Projektpläne, kleine Stücke von Programmcodes, Marketingkonzepte oder andere arbeitsbezogene Dinge. Einige Arbeitnehmer entführen nach ihrer Kündigung sogar Objekte, wie Möbel, technische Geräte oder Büromaterial.

Natürlich ist die Versuchung groß, kurz vor dem Ausscheiden aus der alten Firma, nochmal ein paar satte Gewinne einzustreichen. Aber der Grat ist schmal und ein mitgenommener Laptop, kann schon mal schnell zum Diebesgut werden. Mitarbeiter sollten sich also fragen, was überhaupt legal ist und was zu rechtlichen Problemen führen kann.

Darf ein Mitarbeiter Daten löschen?

Das Löschen von Daten oder E-Mail nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist problematisch. Dies gilt besonders, wenn die es um Daten oder E-Mails geht, die dem Arbeitgeber gehören. Es besteht also ein Unterschied zwischen privaten und geschäftlichen Daten und E-Mails. Die privaten Datensätze können vom Mitarbeiter gelöscht werden. Bei geschäftlichen Datensätzen muss vor dem Löschvorgang das Einverständnis des Arbeitgebers eingeholt werden. Meistens ist es so, dass die Arbeitgeber sich die Löschung vorbehalten und die Daten oder Mails nur dann gelöscht werden können, wenn es vom Arbeitgeber eindeutig verlangt wurde.

Darf ein Mitarbeiter Daten mitnehmen?

Auch bei der Mitnahme von Daten oder Unterlagen muss die Einverständnis des Arbeitgebers eingeholt werden. Ein Mitarbeiter darf Daten und Unterlagen nicht einfach so kopieren oder mitnehmen. Vielmehr ist er sogar verpflichtet am Ende des Arbeitsverhältnisses die Geschäftsunterlagen mitsamt Kopien an den Arbeitgeber zurückzugeben. Dies gilt auch für Daten und E-Mails.

Darf ein Mitarbeiter noch Daten und Unterlagen bearbeiten?

Nach der Kündigung hat der Arbeitgeber grundsätzlich das Recht dem Arbeitnehmer zu verbieten, die Büroräume oder den Arbeitsplatz aufzusuchen. Das Hausrecht kann der Arbeitgeber durchaus ausüben und zu diesem Zwecke nutzen, um dem ehemaligen Arbeitnehmer den Zugang zu verwehren. Allerdings auch zu bedenken, dass der Arbeitnehmer einen Beschäftigungsanspruch beim Arbeitgeber hat. Wichtig sind dabei der Zeitpunkt der Kündigung und die Regelung die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffen wurde. Wenn von einer Seite eine Unklarheit besteht, sollte ein Rechtsbeistand eingeholt werden.

Was darf ein Mitarbeiter außerdem mitnehmen?

Mitarbeiter können ihre persönlichen Gegenstände, die sie mit ins Büro oder zum Arbeitsplatz gebracht haben, wieder mit nach Hause nehmen. Natürlich nur, wenn ihnen der Zugang zu den Räumlichkeiten noch möglich gemacht wird. Die persönlichen Gegenstände können Tassen, Fotos, Urkunden oder andere technische Gegenstände sein.

Es gibt zwei Kategorien an Dingen, die ein gekündigter Mitarbeiter mit nach Hause nehmen kann. In die erste Kategorie fallen alle Gegenstände, die beim Eintritt ins Unternehmen mitgebracht wurden. Also beispielsweise die Tasse oder der iPod. Die zweite Kategorie sind die Dinge, die mitbenutzt oder genutzt werden durften, aber eigentlich dem Unternehmen gehören. Beispielsweise, wenn man einen tollen Rechtstext geschrieben hat und den aber auch bei zukünftigen Arbeitsverhältnissen nutzen möchte, kann er um Erlaubnis fragen eine Kopie des Textes mitzunehmen.

Es kommt oft vor, dass Mitarbeiter die Früchte ihrer Arbeit beim Austritt aus dem Unternehmen gerne selbst ernten möchten. Also, die Dinge, die sie für das Unternehmen kreiert oder hergestellt haben, wie zum Beispiel Kontaktlisten, Projektpläne oder Programmcodes.

Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Außer, wenn dadurch firmeninterne Informationen nach außen dringen oder Informationen über Klienten oder Peers verbreitet werden. In solchen, wie in allen weiteren Fällen, sollten die Arbeitnehmer unbedingt bei ihren Arbeitsgebern um Erlaubnis fragen. Andernfalls könnte es zu rechtlichen Streitigkeiten führen.

Eine Möglichkeit ist auch die vorherige Absicherung, schon beim Eintritt ins Unternehmen. Ein Arbeitnehmer kann im Vertrag ein Einverständnis vom Arbeitgeber einfordern, dass er beim Austritt seine Dokumente oder den entwickelten Programmcode wieder mit rausnehmen darf.

Sollte sich der Arbeitnehmer ohne eine rechtliche Absicherung beim Unternehmen beim Austritt bedienen, können die Arbeitgeber beispielsweise Schadensersatz fordern oder die Abfindungszahlungen einbehalten.

Die einzige Möglichkeit für den Arbeitgeber einen Beutezug der Arbeitnehmer zu vermeiden ist es, ein Verbot auszusprechen, persönliches Eigentum mit ins Unternehmen einzubringen. Dies kann dann nicht nur für Tassen oder Fotos gelten, sondern auch für geistiges Eigentum, das sich nach herrschendem Verständnis beispielsweise in Texten oder in Programmcodes ausdrücken kann. Wenn der Arbeitnehmer einer solchen Klausel zustimmt, wird er nach dem Austritt aus einem Unternehmen nicht mehr viel in den Händen halten.

Was darf ein Mitarbeiter nicht mitnehmen?

Manche Mitarbeiter versuchen nach der Kündigung so viel aus dem Unternehmen mitzunehmen wie nur irgendwie geht. Dazu zählen beispielsweise technische Gegenstände oder aber auch Listen oder andere Dokumente.

Dabei ist größte Vorsicht geboten. Denn schnell kann eine solche Mitnahme als Diebstahl gewertet werden.

Ein solcher Diebstahl kann auf mehreren Wegen sanktioniert werden. Ein Unternehmen kann eine Klage einreichen, so dass der Arbeitnehmer eventuell vor Gericht oder, je nach Größe des Diebstahls, sogar im Gefängnis landet. Beispielsweise ist denkbar, dass der Schaden durch den Diebstahl eines einzelnen Mitarbeiters riesengroß ist.

Es ist also wichtig abzuklären, was dem Unternehmen gehört und was dem Mitarbeiter. Dies kann vor dem Eintritt ins Unternehmen geschehen oder nach der Kündigung. Auf dieser Grundlage sollte dann geklärt werden, was der Mitarbeiter nach dem Austritt mitnehmen darf und was nicht. Verletzungen dieser Regelungen werden dann wahrscheinlich mit juristischen Mitteln zu klären sein.

Wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlassen soll, wird er frühzeitig darüber in Kenntnis gesetzt. Der Mitarbeiter sollte sich nun daranmachen, die persönlichen Gegenstände proaktiv aus dem Unternehmen zu entfernen und dabei möglichst umsichtig vorgehen. Der Mitarbeiter sollte sich die Zeit nehmen, auch die persönlichen Daten aus den Laptops oder den Smartphone zu entfernen. Außerdem könnte er bei diesem Prozess eng mit der IT-Abteilung zusammenarbeiten, um Rechtsverletzungen zu vermeiden.

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