Individuelle ProjektpreiseÜber 25 Jahre ErfahrungPersönlicher KontaktTrusted Advisor
BitInfo logo

Rufen Sie uns kostenlos an

0800 - 248 46 36
JETZT BERATEN LASSEN

Christian Wegener

29.04.2018

Industrie 4.0 – Was kommt auf uns 2018 und in den nächsten Jahren zu?

Industrie 4.0 – Was kommt auf uns 2018 und in den nächsten Jahren zu?

In den letzten Jahren haben die Wandlungsprozesse in Gesellschaft und Wirtschaft eine immer rasantere und vielseitigere Entwicklung erfahren. Heutzutage sind Dinge möglich, die vor Jahren noch als Träumerei bezeichnet wurden. Ein herausragendes Beispiel ist beispielsweise der kleine Taschencomputer Smartphone, der Videos in HD-Qualität dreht, als Navigationsgerät fungiert und ein On-Demand-Musikplayer sein kann, beispielsweise über den Dienst Spotify. Einigen Experten zufolge war das bisher geschehene aber lediglich ein Bruchteil der Veränderungen, die uns noch erwarten. Beispielsweise haben Chatbots die Möglichkeit zu einer solchen bahnbrechenden technischen Neuentwicklung zu werden.

Weiterhin steht bereits das nächste Stichwort vor der Tür: Industrie 4.0. Dieses Stichwort verspricht nicht weniger als die nächste industrielle Revolution. Dabei ist das Internet of Things (IoT), übersetzt Internet der Dinge, ein oft erwähntes Phänomen. IoT beschreibt dabei nichts anderes, als eine Integration von Objekten ins Informationsnetz. Dadurch verbindet sich das Internet mit intelligenten Maschinen, Systemen und Prozessen zu einem noch leistungsstärkeren Netzwerk. Also wird die reale Welt zu einem einzigen riesigen Informationssystem. Die Steuerung dessen fällt aber zunehmend schwerer. Eine Möglichkeit diese Schwierigkeit zu meistern ist der bekannte Lean-Ansatz, der mit Prinzipien der Industrie 4.0 durchaus in Einklang zu bringen ist.

Veränderungen steuern, Zukunft gestalten

Es zeigt sich, dass die Zeit der Träumer ist wieder angebrochen zu sein scheint. Denn es gibt zahlreiche Beispiele für Unternehmer, die vor Jahren geträumt haben und sich nicht an der Realität orientierten haben, haben sich heute zu Marktführern entwickelt.

Voraussetzung für solche Entwicklungen sind umwälzende und disruptive Veränderungen. Deren Wesen besteht darin, dass durch die Neuerungen bestehende Produkte unbrauchbar und ersetzbar werden. Beispiele für solche technologischen Auslaufmodelle sind der klassische Kalender, Diktiergeräte, Kassetten, Fotoapparate oder der Kompass.

Erst aus einer nachgelagerten Perspektive wird erkennbar, wenn es in der Geschichte nicht zu erwartende Entwicklungen gegeben hat. In den Zeiten von Industrie 4.0 steigt die Veränderungsgeschwindigkeit nochmal um ein Vielfaches an und unerwartete Entwicklungen können sich häufen.

Nun stellt sich die Frage, wie sich Unternehmen auf solche umwälzenden Entwicklungen vorbereiten können beziehungsweise wie und welche Formen der Veränderungen sie antizipieren. Dabei ist es ein Ziel von Unternehmen eine Spitzenposition bei Veränderungen zu erreichen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Einerseits können Unternehmen abwarten wie sich die kommenden Jahre entwickeln, um dann auf die Veränderungen zu reagieren – allerdings kann es dann schon zu spät sein. Eine andere Option ist daher andererseits selbst zu denjenigen zu gehören, die die Veränderungen steuern und damit die Zukunft gestalten.

Scheitern von großen Unternehmen: das Beispiel Kodak

Damit Unternehmen die Veränderungen steuern können, müssen sie im hier und jetzt die Zukunft in den Blick nehmen. In den USA haben Trendforscher herausgefunden, dass CEOs lediglich ein Prozent ihrer Arbeitszeit dafür nutzen, um sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Das ist ein erheblicher Missstand und es verwundert daher nicht, dass manche Unternehmen die Zeichen der Zeit übersehen und durch das Aufkommen neuer Technologien ins Hintertreffen geraten. Manchmal trifft es Unternehmen sogar ganz hart und sie gehen daran zu Grunde.

Der Absturz des früheren Weltmarktführers Kodak ist ein bekanntes und sehr gutes Beispiel dafür, wie Unternehmen aktuelle Entwicklungen verschlafen können. Kodak tauchte noch im Jahre 1990 auf der Fortune Global 500 auf, die die 500 finanzstärksten Unternehmen der Welt auflistet. Nur zwölf Jahre später musste das Unternehmen allerdings Insolvenz anmelden.

Der Grund für das Ende war damals das Aufkommen der digitalen Fotografie. Ironischerweise entwickelte Kodak diese Technologie selbst, aber unterschätzte es die kommenden Erfolge. Da anfangs die digitalen Bilder noch von schlechter Qualität waren, ging Kodak von geringen Margen und kleinen Absatzmärkten aus. Doch weit gefehlt, denn die Konsumenten waren schnell von der Technologie begeistert.

Die Kunden waren von der digitalen Fotografie begeistert, weil sie es ermöglichte die Bilder spielend leicht zu kopieren, zu bearbeiten, auszudrucken und viel mehr zu Fotos machen, bei gleichzeitiger Ersparnis an Filmmaterial und bei der Entwicklung. Auf eine professionelle Fotoqualität konnten die meisten Konsument verzichten, da sich dieser Nachteil durch die Einfachheit der Bedienung und durch den geringen Preis neutralisierte. Dass Kodak nicht nachhaltig in den neuen Produktbereich investierte, ihm keinen Raum zum Wachsen gab und andere konkurrierende Unternehmen den Markt besetzten, ließ Kodak schließlich zu einem Insolvenzfall werden. Es gibt sogar einen Namen für solche zerstörerischen Auswirkungen, die bahnbrechende Innovationen entwickeln können: Disruptive Technologien.

Disruptive Technologie Chatbots

Die sogenannten Chatbots sind ein aktuelles Beispiel für eine neue Technologie, die neben vielen Vorteilen auch disruptive Auswirkungen entwickeln können. Die Nachteile von Chatbots können zahlreich sein.

Erstens muss der Kunde, anders als bei Google eine Volltextsuche eingeben, die die Anfrage für den Kunden wesentlich erschwert. Zweitens wird der Chatbot nur als menschlich wirkender Ansprechpartner akzeptiert, wenn er perfekt und fehlerfrei handelt. Beispielsweise werden die Kunden einer Comicfigur einen Fehler eher verzeihen. Drittens wird der Chatbot vom Kunden umgehend abgelehnt, wenn er nur einseitig darauf programmiert ist Fragen zu beantworten. Vielmehr sollte ein Chatbot die Fähigkeit besitzen einen Smalltalk zu halten. Viertens ist es nötig, dass der Kunde einen Messenger-Dienst installieren muss, wenn der Chatbot über einen solchen Dienst läuft. Und fünftens ist die kleine Bildschirmgröße bei Messenger-Diensten auf dem Handy ein weiterer Nachteil.

Lean-Ansatz in der Industrie 4.0

Es gibt eine Diskussion darüber, ob die Ideen des Lean-Ansätzen mit jenen der Industrie 4.0 vereinbar sind oder ob es sich bei Industrie 4.0 um eine konsequente Weiterentwicklung von Lean handelt. Ähnlichkeiten zwischen beiden bestehen in dem Charakteristikum, dass es sich in beiden Fällen um einen ganzheitlichen Ansatz handelt. Beide ziehen sich von der Strategieentwicklung bis zum Arbeitsprozess durch das gesamte Unternehmen und sind abgeleitet aus den Zielen der maximalen Kundenzufriedenheit und minimalen Verschwendung.

Grundlegende Prinzipien von Industrie 4.0 sind unter anderem Selbststeuerung, autonome Prozesse und agile Selbstorganisation. Diese Prinzipien sind auch in dem Bereich des Lean-Ansatzes bekannt. Weiterhin kommen auch Lean-Prinzipien in der Industrie 4.0 zum Einsatz.

Ein Beispiel dafür ist die bekannte Methode des Wertstromdesigns. Dabei wird durch eine vertiefte Strukturierung die Produktion in eine logistisch durchgestaltete und ausbalancierte Prozesskette überführt. Als ein weiteres Beispiel gilt das Shop Floor Management, wo durch eine hervorragende Vernetzung und Transparenz auf der Informationsebene und eine Abbildung der Produktion in Echtzeit (digitaler Schatten) die nötigen Entscheidungen schneller und effizienter getroffen werden können.

Diese Beispiele veranschaulichen, dass zwischen Lean und Industrie 4.0 wechselseitige Einflussnahmen stattfinden und Methoden und Prinzipien beider Ansätze in dem jeweils anderen angewendet werden können. Mit der Einführung von Industrie 4.0 erfahren auch überkommene Lean-Prinzipien eine neuerliche Verwendung und können somit aktuell gehalten werden.

Ist Digitalisierung für
Ihr Unternehmen sinnvoll?

Wir analysieren unverbindlich Ihr Potenzial.

Kommentar hinzufügen