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Christian Wegener

29.03.2019

Lean & Industrie 4.0

Lean & Industrie 4.0

Seit den 1980er-Jahren herrscht die Meinung vor, dass sämtliche Produktionen industrieübergreifend nach Lean-Kriterien gestaltet und verschlankt werden sollten. Dabei ist das erklärte Ziel eine produktivere, hochwertigere, flexiblere und einfachere Produktion zu ermöglichen. Mit einem vergleichbaren Enthusiasmus wird seit 2016 über den Trend der Industrie 4.0 diskutiert. Fraglich ist aber, was sich hinter diesem Begriff verbirgt und wie sie sich mit dem klassischen Lean-Ansatz vertragen.

Grundsätzlich steht der Begriff Industrie 4.0 in einem engen Zusammenhang mit einer tiefgreifenden Innovation durch neue Informations- und Kommunikationstechnologie. Mittels Echtzeitverarbeitung und höherer Prozessorleistung wird die Mensch-Maschine-Kommunikation in der zukünftigen Produktion weitaus flexibler. Zudem lassen sich mit den neuen Möglichkeiten individuelle Kundenwünsche viel leichter und besser umsetzen.

Industrie 4.0 erweitert die Lean-Production

Die neuen großen technologischen Entwicklungen stellen die Unternehmen vor ebenso große Aufgaben. Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie die neuen Technologien voll ausnutzen. Der Kunde der Zukunft wird dahingehend Produkte fordern, die individuell auf ihn und seine Bedürfnisse zugeschnitten sind, was wiederum eine äußerst flexible Produktion benötigt.

Die Notwendigkeit einer flexiblen Produktion und verkürzte Arbeitszyklen erhöhen allerdings die Komplexität. Daher wird es zunehmend schwerer klassische Lean-Ansätze und die altbewährten Methoden und Maßnahmen anzuwenden. Bisher halfen schon schlankere und verschwendungsarme Prozess-Strukturen und -Abläufe die Produktion deutlich flexibler zu gestalten. Außerdem kann ein breites Spektrum von Produktmengen und -varianten kostengünstig, zeiteffizient und ressourcenschonend hergestellt werden.

Eine Herausforderung ist jedoch die zunehmende Schwierigkeit auf dem Gebiet der kundenindividuellen Produktgestaltung. Denn diese lässt sich nur mühsam mit festgelegten Cycle-Times und standardisierten Prozessen vereinbaren. Während in einem klassischen Produktionsprozess der Lean Production nur die Durchlaufzeit und der Pufferbestand verändert werden müssen, muss jetzt auch das sogenannte Kanban-System angepasst werden. Ein weiteres Problem ist die Marktnachfrage, die in Zukunft stärkeren Schwankungen unterlegen ist. Dies wird es erheblich erschweren mit klassischen Lean-Methoden die Kapazitätsauslastung zu nivellieren.

Industrie 4.0 und Lean Production werden voneinander profitieren

Um die neuen Technologien der Industrie 4.0 erfolgreich einzusetzen benötigt es zunächst schlanke Prozesse. Es genügt nicht schlechte und verschwendungsreiche Prozesse einfach zu automatisieren oder zu digitalisieren. Dadurch werden die Prozesse weder optimiert noch in der Effizienz gesteigert. Dann bleiben die erwünschten Einsparungen aus und die Kosten der Automatisierung steigen dramatisch.

Prozesse, die nach Kriterien der Lean Production ausgerichtet sind, erfüllen genau diese Kriterien. Dabei wird die Verschwendung in der Produktion minimiert, was dafür sorgt, dass der Automatisierungs- und Digitalisierungsaufwand auf essenzielle Prozessschritte ausgerichtet sein kann.

Weiterhin wird die Industrie 4.0 den Lean-Gedanken ebenfalls beschleunigen. Die Smart Factories ermöglichen eine schnellere und flexible Produktion und haben einen geringen Verschwendungsgrad. Wenn die Echtzeitdaten aus sämtlichen Unternehmensbereichen automatisiert erfasst und analysiert werden, reduziert sich dadurch einerseits der Bestand entlang der Wertschöpfungskette insgesamt und andererseits ist ein schneller, verschwendungsarmer One-Piece-Flow individualisierter Produkte möglich.

Es besteht kein Widerspruch zwischen Technologien der Industrie 4.0 und existierenden Produktionssystemen. Durch die Kombination beider entsteht die Möglichkeit Reifegrade der Lean Production zu erreichen, wie sie beim Aufkommen des Gedankens in den 1980er-Jahren kaum vorstellbar waren. Schließlich werden die Lean-Methoden selbst durch neue IT-Lösungen verändert. Beispielsweise werden digitale, automatisierte E-Kanban-Systeme die klassischen Kanban-Karten ablösen.

Kundennutzen sicher mit Lean und Industrie 4.0

Bei der Betrachtung des Kundenbezugs gibt es einige wichtige Merkmale. So sollte etwa durch die Einführung neuer Technologien das Lean-Prinzip nicht unnötig verkompliziert werden.

Wenn die Technik nicht aus reinem Selbstzweck optimiert wird, sondern die Wertschöpfung aus Kundensicht im Blickfeld steht, können Lean und Industrie 4.0 voneinander partnerschaftlich profitieren. Sie ebnen dann gemeinsam den Weg zu einer wettbewerbsfähigen, ressourcenschonenden Produktion, die den künftigen Marktanforderungen gerecht wird.

Zusammenfassung

Abschließend lässt sich festhalten, dass Industrie 4.0 und die Lean-Philosophie zusammengehören und in keinem Konkurrenzverhältnis stehen. Dabei ist die Industrie 4.0 nicht nur ein aktueller Techniktrend, sondern vielmehr ein strategischer Ansatzpunkt beim Umgang mit Komplexität und dynamischen Prozessen. Es steht die Frage im Raum inwieweit Industrie 4.0 und Lean-Management zusammenarbeiten können, weswegen das Thema von hoher Bedeutung für die Gestaltung der Zukunft ist.

Der Lean-Ansatz und die Industrie 4.0 verfügen über die gleiche Motivation. Beide suchen Auswege aus der rasanten Zunahme an Komplexität und Lean ist dabei die Grundlage und Basis für die Industrie 4.0.

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